Der Weltenbaum hat zur selben Zeit mein Interesse geweckt, wie meine Recherchen rund um das Thema natürliche Pflegeprodukte. Ich habe ihn deshalb als Symbol für mein eigenes Logo gewählt, um die Verbindung zwischen Mensch und Natur aufzuzeigen, welche auch in meiner Manufaktur zum Tragen kommt.
 
Die mythologischen Geschichten rund um den Weltenbaum sind auch heute noch nachvollziehbar und sie können noch immer Geschehnisse auf dieser Welt widerspiegeln.
Vielleicht inspirieren auch Sie diese alten Geschichten - eine kleine Übersicht über den Weltenbaum habe ich Ihnen daher hier zusammengestellt:
 
Der Weltenbaum (auch Baum des Lebens, Weltenesche oder Yggrasil genannt) gehört zur Mythologie vieler Völker und ist ein altes Symbol der kosmischen Ordnung und stellt die Einheit von Mensch und Natur dar.
In ihm vereinen sich die verschiedenen Seinsformen zu einem Organismus. Alle Lebensformen welche auf der Welt existieren bringt er als seine Blätter, Blüten und Früchte hervor. Der Weltenbaum symbolisiert die Manifestation der göttlichen Kräfte. Daher gilt nicht der Baum alleine als heilig, sondern mit ihm alle seine Teile: Alles Leben ist heilig! (1)
 
 
Wikipedia weiß folgendes über den Weltenbaum zu berichten:
 
Yggdrasil, die Weltenesche, ist die Verkörperung der Schöpfung als Gesamtes: räumlich, zeitlich und inhaltlich. Er ist der Weltenbaum, weil er im Zentrum der Welt steht und alle Welten miteinander verbindet. Als Weltachse (axis mundi) verbindet er die drei Ebenen Himmel, Mittelwelt und Unterwelt. Als Himmelsstütze stützt er das Himmelsgewölbe. (2)
 
Unterschiedlich war die Vorstellung, wie viele Ebenen beziehungsweise Welten es gibt. Von drei (Himmel, Erde, Unterwelt) bis hin zu beispielsweise neun Welten (Germanen). Manche Völker stellten sich auch vor, dass seine Spitze bis zum Polarstern reicht. In verschiedenen Kulturen wurden unterschiedliche Baumarten mit dem Weltenbaum verbunden, zum Beispiel die Birke, Eiche, Eibe oder Esche.
 
In der Regel bevölkern mythische Tiere den Weltenbaum. Bei indogermanischen Völkern sitzt häufig ein Adler in der Krone und eine Schlange befindet sich unten am Baum. In der indischen, germanischen und slawischen Mythologie herrscht Streit zwischen diesen beiden Tieren. Im minoischen Kulturkreis ist es hingegen der Himmelsstier, der in stoisch kreisendem Lauf die Weltenachse dreht.
 
Nachdem die Götter den Ur-Riesen Ymir getötet haben, erschaffen sie, dem Mythos nach, aus seinem Leichnam die Welt. Die Weltenesche Yggdrasil ist der erste Baum, der wächst. Er ist der größte und prächtigste Baum der Welt. Seine Äste breiten sich über alle neun Welten aus und erstrecken sich über den Himmel.
 
Yggdrasil hat drei große Wurzeln, von denen eine nach Jötunheim, dem Land der Riesen, wächst, wo sich auch Mimirs Brunnen befindet. Die andere Wurzel führt nach Niflheim zur Quelle Hvergelmir, wo der Drache Nidhöggr an ihr nagt. Die dritte Wurzel findet sich in der Nähe von Asgard. Das Eichhörnchen Ratatöskr klettert immer zwischen der Baumkrone und Wurzeln hin und her und verbreitet dabei üble Nachrede vom Adler bis zum Drachen. Vier Hirsche namens Dain, Dwalin, Dunneir und Durathror fressen die Triebe der Weltenesche ab. Die zwei Schlangen Goin und Moin, die von Grafwitnir (Grabeswolf) abstammen, nagen an den Wurzeln von Yggdrasil.
 
Als Oberhaupt der nordischen Götter hat Odin (südgermanisch Wodan) seinen Sitz in Asgard. Er herrscht dort als oberster und wichtigster Gott aus dem mächtigen Geschlecht der Asen in zwei Palästen. Während der eine Palast ihm vor allem dazu dient, einen Blick über die ganze Welt haben zu können und von seinem Wohnsitz aus das Geschehen beobachten zu können, dient der zweite Palast Versammlungen mit anderen Göttern. Auch ist der zweite Palast, Gladsheim, der Ort, an dem sich Walhall befindet: In Walhall werden die ruhmreich in der Schlacht gefallenen menschlichen Krieger nach ihrem Tode versammelt, um an der Seite der Götter zu feiern und sich für die letzte Schlacht vorzubereiten. Odin galt aufgrund der versammelten toten Krieger in Walhall auch als „Gott der Erschlagenen“ und wurde wegen seiner Kriegslust und seiner Stärke vor allem von Wikingern stark verehrt und bewundert.
 
Unter den Zweigen des Baums halten die Götter Gericht. Am Fuße Yggdrasils liegt auch der Urdbrunnen, an dem die drei Nornen Urd (das Gewordene), Werdandi (das Werdende) und Skuld (was da kommen soll) ihren Sitz haben, die das Schicksal der Menschen bestimmen. Sie begießen die Wurzeln des Baumes mit Wasser aus dem Urdbrunnen. Wenn Yggdrasil zu beben (oder zu welken) beginnt, naht das Weltenende Ragnarök.
 
Die Welt reicht nur so weit wie seine Zweige und Wurzeln reichen und die Schöpfung besteht nur solange wie er besteht: ein Sinnbild der Raumzeit. Yggdrasil ist auch ein Sinnbild des Lebens an sich, und von Vergehen und Werden, der Wiedererneuerung des Lebens. Die Tiere am Baum nehmen von seiner Lebenskraft, die drei Nornen besprengen ihn mit dem heiligen Wasser des Urdbrunnens und schenken ihm immer wieder neue Lebenskraft. Da Yggdrasils Leben sich immer wieder erneuert oder weil Yggdrasil immergrün ist, ist die Weltenesche auch ein Sinnbild der Unsterblichkeit.
 
Odin ist beharrlich auf der Suche nach Weisheit. Er gibt ein Auge als Pfand gegen einen Schluck aus Mimirs Brunnen, um seherische Kräfte zu bekommen. Er raubt von der Riesin Gunnlöd den Skaldenmet Odrörir und bringt ihn in Adlergestalt zu den Göttern. Als Opfer für die Menschen hängt er im Weltenbaum Yggdrasil, verwundet von seinem eigenen Speer. Er hängt dort während neun Tagen und Nächten, um danach mit größerer Weisheit zu neuem Glanz zu gelangen.(6)
 
Durch Odins Selbstopfer wird Yggdrasil zum Opferbaum. Da Odin sich selbst am Baum aufhängt, um das geheime Wissen bei den Wurzeln Yggdrasils zu erlangen, kann man in Yggdrasil auch einen Wissensbaum sehen, über den man zum geheimen Wissen gelangt.(3)
 
Angesichts der zahlreichen germanischen Baumkulte ist es wahrscheinlich, dass bei den Germanen bestimmte physische Bäume den mythischen Weltenbaum darstellten. Sie müssen aber nicht zwingend eine Esche gewesen sein. Die Donareiche, die Irminsul oder der heilige Baum im schwedischen Uppsala, von dem Adam von Bremen im 11. Jahrhundert berichtet, könnten kultische Entsprechungen von Yggdrasil gewesen sein.(4)
 
Nach der Edda ist Yggdrasil der Thingplatz der Götter. Hier versammeln sie sich, beraten sich und halten Gericht. Da die Verhältnisse in der Götterwelt oft die irdischen Verhältnisse spiegeln, kann davon ausgegangen werden, dass das germanische Thing an oder in der Nähe einer Verkörperung des Weltenbaums stattfand. Vermutlich wurde es von Ritualen begleitet.(5) In germanischer Zeit waren das Religiöse und das Rechtliche noch nicht voneinander getrennt. Die Gerichtsbäume des Mittelalters (in Deutschland Eichen und Linden) könnten ein Nachhall der alten Zeit sein.
 


 
 
Literatur:
Internetseiten:Stand vom 16.05.2014, 12:00 Uhr
https://de.wikipedia.org/wiki/Yggdrasil
http://de.wikipedia.org/wiki/Yggdrasil - Der_Aufbau_der_drei_Ebenen_Yggdrasils)
https://de.wikipedia.org/wiki/Odin:
Einzelnachweise:
(1) http://www.geist-der-baeume.de/die-eibe-%E2%80%93-urbaum-weltenbaum: Die Eibe – Urbaum, Weltenbaum, Hüterin des Lebens, Artikel von Fred Hageneder in NewsAge, Januar 2008
(2) John Arnott MacCulloch: Eddic. In: The Mythology Of All Races New York 1964, Bd. 2, S. 334
(3) Mariko Namba Walter und Eva Jane Neumann Fridman: Shamanism – 2 Bd.e. 2004, ISBN 1-57607-645-8, Bd. 1, S. 263 f. (Weltenbaum in schamanischen Kulturen) – Jens Peter Schjødt: Weltenbaum. In: Heinrich Beck, Dieter Geuenich, Heiko Steuer (Hrsg.): Reallexikon der germanischen Altertumskunde – Bd. 23. 2. Auflage. Verlag Walter de Gruyter, Berlin – New York 2006, S. 451–453
(4) Franz Rolf Schröder: Ingunar-Freyr. Verlag Mohr, Tübingen 1941, S. 1–15.
(5) Jens Peter Schjødt: Weltenbaum. In: Heinrich Beck, Dieter Geuenich, Heiko Steuer (Hrsg.): Reallexikon der germanischen Altertumskunde – Bd. 23. 2. Auflage. Verlag Walter de Gruyter, Berlin – New York 2006, S. 453
(6) https://de.wikipedia.org/wiki/Odin